FINDING NEVERLAND: Wenn Broadway-Träume fliegen lernen

Im Lunt-Fontanne Theatre feierte gestern Abend das neue Musical Finding Neverland Premiere. Ich konnte mir bei einer Preview-Vorstellung während meiner New York-Reise vor zwei Wochen selbst ein Bild machen von der „Geschichte, wie Peter zu Pan wurde“.

Basierend auf dem Filmdrama Wenn Träume fliegen lernen mit Johnny Depp und Kate Winslet aus dem Jahr 2004 erzählt das Musical die Geschichte des schottischen Bühnenautors J. M. Barrie und dessen Begegnungen mit der Familie Llewelyn Davies in London, die ihn zur Erfindung der literarischen Fantasiewelt von Peter Pan inspiriert.

Während der Film eher auf ruhige Töne setzt und subtil mit viel Feingefühl inszeniert wurde, versucht das Musical, in der Tradition von Wicked oder Disney-Shows wie The Lion King oder Aladdin der neue große Familienhit zu werden.

Dies sorgte während der Preview-Phase in den vergangen Wochen für viel Kritik in diversen Broadway-Foren. Der skandalträchtige Produzent Harvey Weinstein sei vor allem auf kommerziellen Erfolg aus, das Musical setze hauptsächlich auf Spektakel und Effekte, ihm fehle es an wirklicher Herzenswärme.

© Sara Krulwich, The New York Times
© Sara Krulwich, The New York Times

Schaut man sich die Entstehungsgeschichte des Musicals an, so bestätigt sich der Eindruck, dass Weinstein ein möglichst breites „Mainstream“-Publikum erreichen will: Nachdem die Kritiken zu dem Tryout in Leicester vor drei Jahren eher durchschnittlich ausfielen, wurde kurzerhand das damalige Kreativteam ausgetauscht. Bei der Produktion in England stammte das Buch noch von Allan Knee, dem Autor des Theaterstückes The Man Who Was Peter Pan, auf dessen Grundlage seinerzeit das Drehbuch des Filmes geschrieben wurde. Für Musik und Texte zeichneten sich Scott Frankel und Michael Korie verantwortlich. Aus deren Feder stammt auch das Musical Grey Gardens – ein Stück, das ich selbst bisher kaum kenne, aber das immer wieder für seinen ausgereiften Score und vor allem für sein starkes Libretto gelobt wird.

Mag sein, dass Finding Neverland auf seinem Weg an den Broadway durch den Kreativteamwechsel einen Teil seines künstlerischen Anspruchs und seiner emotionalen Intelligenz als Preis für Massenattraktivität eingebüßt hat. Allerdings hätte es das Stück in seiner früheren Inkarnation wahrscheinlich schwer gehabt, am Broadway Fuß zu fassen. In der neuen Version kommt es auch bestens aus, ohne auf glänzende Kritiken oder einen bedeutenden Erfolg bei den diesjährigen Tonys angewiesen zu sein. Die Auslastung ist sehr gut, der Kartenverkauf wurde kürzlich bis Dezember verlängert. Aus wirtschaftlicher Sicht ging Weinsteins Plan zumindest vorerst also auf.

Der neue Score stammt von Gary Barlow und Eliot Kennedy.  Der Popmusik-Hintergrund der Komponisten äußert sich in einigen Szenen leider nachteilig, aber insgesamt klingt die Musik überraschend theatralisch und fügt sich gut in die Handlung ein, was vor allem auf die verschiedenen Gruppennummern zutrifft.

Sofern ich das als Laie beurteilen kann, ist auch die Orchestrierung gut gelungen. Dies gilt vor allem für das wunderschöne Titellied mit seinen Panflöten-Arrangements, die sich stellenweise auch durch die Übergangsmusik zwischen einzelnen Szenen ziehen, sowie die irischen Klänge in der Pub-Szene. Hier erinnern sich in dem Lied „Play“ Barries Produzent Frohman und dessen Theatercrew spielerisch an ihre eigene Kindheit zurück, was ihnen schließlich hilft, einen besseren Zugang zu Peter Pan zu gewinnen und somit für sich selbst Nimmerland zu finden. Eine sehr schöne und frohsinnige Szene.

Überhaupt gefiel es mir gut, dass Frohmans Schauspieltruppe im Musical so präsent ist. Man kann von den Änderungen, die gegenüber der Filmvorlage vorgenommen wurden, halten, was man will, aber insgesamt ist es doch erfreulich, dass die Bühnenversion keine uninspirierte Eins-zu-eins-Kopie des Filmes ist, sondern stellenweise eigene Wege geht.

„The World Is Upside Down“, die Eröffnungsnummer des zweiten Aktes, bringt auf unterhaltsame Weise den Missmut über das neue Theaterstück und das mangelnde Vertrauen in Barries Material zum Ausdruck, während „Something About This Night“ den Anflug von Premierenfieber beschreibt – die aufgeregte Stimmung, kurz bevor sich der Vorhang zum allerersten Mal hebt. Wie das bei solchen „play within a play“-Musicals häufig der Fall ist, wirken diese hinter den Kulissen spielenden Szenen durch den Bezug zu dem Umfeld, in dem sie aufgeführt werden, sehr lebhaft.

Ganz besonders relevant ist dies natürlich in der Preview-Phase. Die komplette Eröffnungsszene von Finding Neverland wurde nach den ersten paar Vorstellungen umgeschrieben, in der von mir besuchten Vorstellung wurde der neue Anfang erstmals vor Publikum gespielt. Die Spannung, die dabei in der Luft liegt, ist geradezu elektrisierend. Wie später zu hören war, hatte man für die Mittagsvorstellung des Folgetages schon wieder Änderungen für die Anfangsszene vorgenommen. Die Leistung des Ensembles, das in so kurzer Zeit immer wieder neue Texte und Regieanweisungen verinnerlichen muss, verdient den allergrößten Respekt.

Die neue Anfangsszene wirkt stimmig und bietet einen guten Einstieg in die Geschichte. Schön, dass die Previews dazu genutzt werden, eine solche Änderung zugunsten des Stückes vorzunehmen, allerdings ist es im Fall von Finding Neverland noch lange nicht damit getan, den Anfang umzuschreiben. Das Buch von James Graham bedarf an vielen Stellen noch immer einer starken Überarbeitung. Ich hoffe, dass die zwei Wochen bis zur Premiere am 15. April noch genutzt wurden, um diverse Schwächen in den Dialogen auszubessern, aber in einigen Belangen war das Stück in der besuchten Vorstellung noch so problematisch, dass diese kurze Zeit für eine wirkliche Verbesserung kaum ausreichend gewesen sein konnte. Das tut einem vor allem für die Schauspieler leid, deren Rollen unter diesen Schwächen im Buch leiden.

© Annie Leibovitz, Vogue

Teal Wicks ist eine ausgezeichnete Darstellerin mit wunderschöner Stimme und in der eindimensionalen Rolle von Barries Gattin Mary vollkommen unterfordert. Im ersten Akt darf sie sich nur als nörgelnde Ehefrau zeigen und verschwindet dann komplett von der Bildfläche, um erst kurz vor dem Finale ein letztes Mal aufzutauchen. Das ist traurig und enttäuschend – nicht nur, weil man der Schauspielerin dankbareres Material gönnt, sondern auch, weil die Figur an sich ein Potenzial hat, das bis zum Himmel schreit und vom Kreativteam leider komplett ignoriert wurde. Für sie hätte ein Solo viel Sinn gemacht, in dem sie zum Ausdruck bringt, wie sehr sie unter der komplizierten Ehe und der allmählichen Entfremdung von ihrem Mann leidet, oder ein Duett mit der „neuen Frau in seinem Leben“. Möglichkeiten hätte es viele gegeben, der Figur etwas mehr Tiefe und Dreidimensionalität zu geben. Eine vertane Chance.

Kelsey Grammer spielt die im Vergleich zum Film deutlich ausgebaute Rolle des Theaterproduzenten Charles Frohman. Dem amerikanischen Publikum ist er vor allem durch die Sitcom Cheers bekannt. Mir persönlich war er vorher kein Begriff und so näherte ich mich seiner Rollenauslegung ganz unvoreingenommen. Grammer ist ein toller Schauspieler mit einem guten Gespür für Timing, der leider stellenweise mit furchtbar flachen und dämlichen Witzen gestraft ist. Das Publikum frisst ihm trotzdem aus der Hand und feiert ihn mit schallendem Gelächter und frenetischem Szenenapplaus – einfach, weil es Kelsey Grammer ist. Für mich hörte der Spaß auf, als seine Witze direkt auf seine ehemalige Serienrolle anspielten. Was für eine fauler und billiger Trick, ein paar Lacher zu ernten, der vollkommen deplatziert wirkt und die Zuschauer aus dem natürlichen Erzählfluss der Geschichte herausreißt.

Während Frohmans Sprüche zumindest noch den Kelsey-Grammer-Bonus haben, zünden einige Witze anderer Charaktere vor allem im ersten Akt leider gar nicht. Hoffentlich hat man in den letzten zwei Wochen noch die ein oder andere Zeile gestrichen oder zumindest umgeschrieben. Schließlich funktioniert nicht alles, was auf Papier gut klingt, auch dann, wenn es auf ein Livepublikum trifft. Ich hätte es schön gefunden, wenn man bei Finding Neverland häufiger auf subtile Komik wie in einigen charmanten Szenen mit den Dienstboten gesetzt hätte.

In der Hauptrolle kehrt Matthew Morrison an den Broadway zurück, nachdem er die letzten sechs Jahre als High-School-Lehrer Mr. Schuster in Glee zu sehen war. Er ist typgerecht besetzt und agiert rollendeckend, allerdings hat er stellenweise noch ein wenig mit dem schottischen Akzent zu kämpfen. Hier und da klingt dieser gekünstelt und hindert Morrison in lustigen Szenen daran, seine Pointen punktgenau abzuliefern. Stimmlich schlägt er sich solide, allerdings bedauerte ich es vor allem in seinen Gesangsmomenten, dass Jeremy Jordan der Produktion nach den Tryouts in Boston vergangenes Jahr nicht erhalten geblieben war. Dieser hätte Barries Liedern und vor allem „Neverland“ mit seiner wahnsinnigen Stimme regelrecht Flügel verliehen.

Laura Michelle Kelly erweist sich hingegen auf ganzer Linie als Idealbesetzung. Sie spielt die Rolle der alleinerziehenden Mutter Sylvia mit Hingabe und gewinnt schnell die Sympathien des Publikums. „All That Matters“, ihr Solo im ersten Akt, gibt ihr Gelegenheit, ihr gesangliches Können bestens zu präsentieren, allerdings ist das Lied selbst an Banalität nicht zu übertreffen. Sehr schade, denn Kelly ist eine der außergewöhnlichsten Sängerinnen, die ich je gehört habe – eine Sängerin, die es vermag, einen allein mit ihrer Stimme an einen anderen Ort zu tragen. Man hätte sich für ihren Charakter musikalisch stärkeres Material gewünscht (wie etwa „Lothlórien“ aus Lord of the Rings, in dem Kelly den Zuhörer mit ihrem transzendenten Gesang nach Mittelerde entführt).

Neben Kelly begeistert vor allem Carolee Carmello als Sylvias Mutter Mrs. du Maurier. Zu Beginn wirkt ihre Figur noch recht eindimensional, gewinnt im Laufe des zweiten Aktes jedoch an Tiefe und sorgt gegen Ende für einige der rührendsten Momente des Stückes.

Auch die starken Leistungen der vier Kinderdarsteller dürfen nicht unerwähnt bleiben. Als Ältester der Bande hinterlässt Sawyer Nunes als George stimmlich einen besonderen Eindruck, wenn er auf seiner Ukulele spielt und dabei mit seinen Bühnen-Brüdern das wunderschön ungezwungene und bescheidene „We’re All Made of Stars“ singt. Auch die Szene, in der George den Mut fasst, sich seiner Großmutter entgegenzustellen, erntet spontanen Szenenapplaus.

Als junger Peter, der zu Beginn des Stückes noch sehr unter dem Tod seines Vaters leidet, spielt Aidan Gemme ganz fantastisch. Besonders die Beziehung zwischen Peter und Barrie wurde auf der Bühne sehr schön herausgearbeitet und orientiert sich eng am Film. In einigen Szenen wird Morrison von seinem jungen Schauspielkollegen geradezu an die Wand gespielt.

© Carol Rosegg
© Carol Rosegg

In einer Szene versucht Frohman Barrie klarzumachen, dass die Idee für sein neues Theaterstück kein Publikum finden wird. Er singt: „I’ve heard enough, you’re losing your mind. / You’re speaking in riddles and the riddles don’t rhyme.” Wie unfreiwillig selbstironisch diese Zeilen sind, denn hier besingt die Show ihre eigene große Schwäche: Im Libretto folgt ein plumper und unschöner Halbreim auf den nächsten, die Liedtexte wirken uninspiriert und dilettantisch zusammengeschustert.

Doch gerade diese Szene, die mit Frohmans Kritik an der Pan-Idee beginnt und sich für Barrie in eine schaurige Alptraumsequenz entwickelt, ist (wenn man die Liedtexte einmal außer Acht lässt) einer der Höhepunkte des Abends – wie in „Circus of Your Mind“ die Musik mit Optik und Staging korreliert, ist ein Hochgenuss. Hier greifen die einzelnen Elemente ineinander wie die Zahnräder eines Uhrwerkes (welche übrigens auch in die visuelle Umsetzung der Szene mit einfließen) und schaffen eine düster-durchdringende Rummelplatz-Gruselstimmung. Was Finding Neverland nämlich wirklich hervorragend hinbekommt, ist Atmosphäre. Sicherlich ist das Stück makelbehaftet und weit entfernt von Perfektion, aber in den Momenten, in denen es gut ist, erreicht es eine Effektivität, von der viele andere Shows nur träumen können.

Leider folgt unmittelbar auf diese großartige Szene mit dem Finale des ersten Aktes („Live by the Hook / Stronger“) der musikalische Tiefpunkt des Abends. Zum allerflachsten Pop, wie man ihm manchmal in einfallslosen Ecken des Eurovision Song Contest begegnet, verwandelt sich die Bühne zugegebenermaßen sehr spektakulär in ein Schiff. Hier will man den Zuschauer mit einem optischen Knalleffekt in die Pause entlassen und vernachlässigt die musikalische Gestaltung der Szene. Schade, denn der Piratenchor hätte eigentlich höchst wirkungsvoll eingesetzt werden können. Ich kann schon sehen, wie Finding Neverland ausgerechnet diese Szene bei den Tony Awards präsentieren wird, um einen „Defying Gavity“-Effekt zu erreichen, aber meiner Meinung nach würde sich das Musical damit von seiner allerschlechtesten Seite präsentieren.

Genauso wenig funktioniert „What You Mean to Me“, das Duett zwischen Sylvia und Barrie im zweiten Akt. Die Laterne, die den Theatergeist vertreiben soll, ist eine gute Idee und das Schattenspiel ist wirklich schön anzusehen, allerdings wirkt die Popmelodie unpassend und die Interaktion zwischen beiden Figuren ist in dieser Szene viel zu sinnlich, mündet schließlich sogar in einen Kuss.

Im Film sind Sylvia und Barrie zwei Seelenverwandte, die sich gegenseitig in einem sehr einsamen Abschnitt ihres Lebens bereichern, aber ihr Verhältnis geht nie über platonische Freundschaft hinaus. Barrie wird als asexueller Träumer dargestellt. Die eigentliche Liebesgeschichte in Finding Neverland steckt in Barries Liebe zu der Familie Llewelyn Davies, Sylvias Liebe zu ihren Söhnen, Barries Liebe zur Fantasie, die ihn zu seinem Theaterstück inspiriert und schließlich in der Liebe des Publikums zur Geschichte Peter Pans. Dass das Musical darüber hinaus auf romantische Liebe angewiesen ist, halte ich für einen Irrtum.

Wodurch die Show an Substanz gewinnt, sind meiner Meinung nach die zahlreichen Anspielungen auf Peter Pan. Ich liebe die Geschichte über alles und verbinde damit jede Menge Kindheitserinnerungen und wann immer Barrie im Musical auf neue Inspiration für seine Erzählung stieß, ließ das mein Herz höher schlagen. Eine Szene, die mir schon im Film gut gefiel – nämlich, als Barrie Sylvias Söhnen abends im Kinderzimmer dabei zusieht, wie sie auf ihren Betten herumspringen und plötzlich die Vision fliegender Kinder bekommt – ist hier auf der Bühne wunderschön und ja, sehr wohl mit Herzenswärme und Liebe zur Materie, umgesetzt.

Überhaupt finde ich die Arbeit, die Choreografin Mia Michaels und Regisseurin Diane Paulus geleistet haben, überaus lobenswert. Beide machen aus dem mittelmäßigen Buch das Beste, Szenen wie der verträumte Nachmittag in Kensington Gardens („Believe“) oder die langweilige Dinnerparty, bei der plötzlich die Zeit stehen bleibt („We Own the Night“), sprühen geradezu vor Fantasie und Einfallsreichtum. An manchen Stellen läuft das Stück sogar Matilda, welches von Kritikern für seine Kreativität gelobt wurde, den Rang ab.

Auch die Kostüme von Suttirat Anne Larlarb und das Bühnenbild von Scott Pask sind wunderschön und liebevoll. In den Szenen im Park fühlt man sich regelrecht in ein Kinderbuch hineingezogen, die Fassade von Sylvias Haus mit dem nächtlichen London im Hintergrund wirkt detailliert und atmosphärisch.

© Carol Rosegg
© Carol Rosegg

Zum wirklichen Höhenflug setzt das Stück ab dem Moment an, als Frohman die Bühne betritt, um das Publikum zur Premiere von Peter Pan zu begrüßen. Hier wird die vierte Wand durchbrochen und man fühlt sich direkt angesprochen. Was für ein wahrhaftig genialer Moment, als sich dann der Premierenvorhang hebt und man sich in dem Kinderzimmer der Llewelyn Davies-Brüder wiederfindet, die auf den Betten herumspringen und sich weigern, schlafen zu gehen: „I won’t go to bed!“ Auf ganz wunderbare Weise wird hier deutlich, wie eng beide Geschichten, die der Darling-Kinder und die von Sylvia und ihrer Familie, zusammenhängen. Ab diesem Moment bekommen die Zuschauer für die letzten zwanzig Minuten bis zum Schlussapplaus pure Theatermagie geboten. Hier stimmt auch das Erzähltempo – es wird sich Zeit genommen, die Geschichte mit Hingabe zu Ende zu erzählen.

In der besuchten Preview-Vorstellung schien das Stück ausgezeichnet bei dem Publikum anzukommen, Kinder und Erwachsene waren gleichermaßen verzaubert. Sicherlich wird man als Zuschauer hier und da emotional manipuliert, aber trotz seiner dramaturgischen Schwächen ist dieses Musical mehr als nur die kalte Geldmaschine, als die einige Theaterliebhaber es nach ersten Previews degradierten. Finding Neverland ist meiner Meinung nach besser als die meisten Disney-Musicals.

Von den fünf neuen Shows, die ich auf meiner Reise nach New York diesen April sah (Finding Neverland, Fun Home, The Visit, Doctor Zhivago, Something Rotten!) ist es wahrscheinlich das, was in Deutschland noch am ehesten als En-suite-Produktion funktionieren könnte.

Zudem hat es für mich nun noch einen persönlichen Stellenwert, da es die erste Show war, die ich je am Broadway sah.

Sicherlich ist es ein sehr imperfektes Stück, aber mit einem besseren Buch, ein paar ausgetauschten Liedern und einem überarbeiteten Libretto könnte es wirklich fliegen lernen. Noch schwebt es etwas wacklig durch die Lüfte, aber immerhin versprüht es dabei tonnenweise Feenstaub.


★★★★☆

FINDING NEVERLAND – Lunt-Fontanne Theatre, New York; Musik & Liedtexte: Gary Barlow & Eliot Kennedy; Buch: James Graham; Regie: Diane Paulus; erste Preview: 15. März 2015; Premiere: 15. April 2015; rezensierte Vorstellung: 3. April 2015

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