FUN HOME: Ein intimes und überwältigendes Musical-Erlebnis

Fun Home, das klingt nach jeder Menge Spaß. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem Titel aber eine emotionale Achterbahnfahrt, wie man sie nur selten erlebt. In den letzten Jahren habe es kein amerikanisches Musical gegeben, das einen mit seiner „zarten, ironischen und mutigen Verwundbarkeit“ so sehr berühre, schrieb die LA Times nach der Off-Broadway-Premiere im New Yorker Public Theater im Herbst 2013. Heute Abend wird das Musical nun in dem intimen Circle in the Square Theatre seine Broadway-Premiere feiern.

Die Off-Broadway-Produktion gewann zahlreiche Theaterpreise, die Kritiken waren unisono überragend (das New York Magazine nannte das Musical ein „Wunder“) und auch über die Previews im Circle in the Square konnte man in den letzten Wochen in einschlägigen Broadway-Foren einstimmige Lobeshymnen lesen. Nachdem ich vor zwei Wochen das Glück hatte, mir selbst eine Vorstellung anschauen zu können, kann ich bestätigen, dass Fun Home dem Ruf, der ihm vor seiner Broadway-Premiere vorauseilt, wirklich mehr als gerecht wird.

© Joan Marcus

Das Musical, das als 100-minütiger Einakter ohne Pause gespielt wird, basiert auf Alison Bechdels autobiografischem Comic-Roman Fun Home – Eine Familie von Gezeichneten, in dem die lesbische Autorin ihre Kindheit in einer dysfunktionalen Familie, das gestörte Verhältnis zu ihrem Vater, dessen Selbstmord und schließlich das Finden ihrer sexuellen Identität verarbeitet.

Das Buch ist ein literarisch bedeutendes Werk, das seit seiner Veröffentlichung 2006 vielfach ausgezeichnet wurde. Allerdings wird wohl den wenigsten Lesern bei der Lektüre in den Sinn kommen: „Dieser Stoff eignet sich ausgezeichnet für eine Musicaladaption und schreit geradezu danach, mit Tanz und Gesang auf einer Bühne aufgeführt zu werden.“ Im Gegenteil, diese Idee klingt im ersten Moment ungewöhnlich, fast schon unmöglich umsetzbar.

Auf der Bühne findet jedoch mehr statt als eine bloße Nacherzählung von Alisons Kindheit und Jugend. Gleichzeitig geht es auch um die Entstehung des Comics.

Zu Beginn des Stückes hat die 43-jährige Alison eine Schreibblockade und schmeißt auf der Suche nach den richtigen Worten verschiedene Bildunterschriften um sich, sammelt Ideen und verwirft diese sofort wieder. Womit sie näher an der Realität liegt – „My dad and I were exactly alike“ oder „My dad and I were nothing alike“ – weiß sie dabei selbst nicht.

Schließlich formuliert sie als Bildunterschrift ganz trocken: „My dad and I both grew up in the same Pennsylvania town, and he was gay, and I was gay, and he killed himself, and I … became a lesbian cartoonist.” Die letzten Worte sagt sie mit gewitztem Unterton, das Publikum schmunzelt, und trotzdem schwingt in ihren Worten ein unterdrückter Schmerz mit.

Was als Recherche für ihr autobiografisches Comic-Projekt beginnt, wird für Alison eine Reise in ihre eigene Vergangenheit auf der Suche nach Antworten auf Fragen, die für sie als erwachsene Frau immer noch offen sind.

© Joan Marcus

Sie erinnert sich zurück an eine achtjährige Alison, die mit ihren Eltern und den beiden Brüdern im ländlichen Pennsylvania aufwächst und viel lieber kurze Haare und Jungenkleidung tragen würde. Stattdessen steckt ihr Vater Bruce sie wie eine Puppe in hübsche Kleidchen. Seinen Kindern bringt er nur selten echte Herzenswärme entgegen. Das eigentliche Objekt seiner Zuneigung ist das Familienhaus, welches er wie ein Museum mit Antiquitäten schmückt und zu seinem großen Kunstwerk macht. Die ganze Familie muss mithelfen, das Haus sauber und ordentlich zu halten. Gleichzeitig ist Bruce Highschool-Lehrer und leitet das örtliche Bestattungsunternehmen („funeral home“), welches die Familie selbst mit makabrer Ironie als „Fun Home“ bezeichnet.

Außerdem lernen wir Alison als junge Studentin am Oberlin College kennen, wo sie ihre erste Freundin kennenlernt, sich mit ihrer sexuellen Orientierung abfindet und sich schließlich ihren Eltern outet. Es stellt sich heraus, dass auch ihr Vater schwul ist und während seiner Ehe zahlreiche Affären mit jungen Männern führte. Alison ist schockiert, ahnt aber nicht, wie sehr „ihr Anfang sein Ende“ sein würde. Vier Monate später springt Bruce vor einen fahrenden Truck und wird überfahren. Neben einem Haufen unnützer Antiquitäten hinterlässt er seiner Tochter vor allem ein großes Fragezeichen.

Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, die einzelnen Erinnerungen fliegen wie durcheinandergemischte Comic-Seiten bruchstückhaft um Alison herum.

Wenn man sieht, mit welchem Geschick die Buchautorin und Liedtexterin Lisa Kron sich Fun Home genähert hat, ist es kaum zu glauben, dass dies ihre erste Arbeit an einem Musical ist. Aber vielleicht erklärt gerade das die beispiellose Qualität ihres Schaffens: Kron orientiert sich nicht an festgefahrenen, schablonenhaften Musiktheater-Stereotypen. Ihre Erzählweise wirkt erfrischend unkonventionell, ihre Liedtexte sind poetisch und geistreich und klingen vor allem in Kombination mit Jeanine Tesoris Score angenehm ungekünstelt. Durch die Musik ziehen sich die verschiedensten Einflüsse von Folk-Rock über Seventies bis hin zu Country, insgesamt ist Tesoris Stil aber über jede Genrezuordnung erhaben. Die Komponistin sagt selbst, dass sie die Geschichte förmlich singen hören konnte, als sie den Comic zum ersten Mal las.

In der heutigen Zeit ist ein Musical mit einem gleichermaßen so starken Buch, Gesangstexten und Musik etwas sehr Wertvolles. Außerdem ist Fun Home trotz seines künstlerischen Anspruchs und seiner emotionalen Komplexität für das Publikum gut zugänglich.

Kron und Tesori arbeiteten insgesamt sieben Jahre an dem Musical und diese sorgfältige Arbeit macht sich bemerkbar. Kein Wort und kein Ton ist unüberlegt, die Musik ist intelligent komponiert und von vorne bis hinten durchdacht. Einzelne Elemente werden einander gegenübergestellt, wiederholt, zitiert und abgewandelt.

Dabei steckt in den Texten oft mehr als nur das, was offensichtlich von der Oberfläche aus sichtbar ist. Je intensiver man sich mit Krons Worten auseinandersetzt, desto mehr Zusammenhänge, Symbolik und tiefere Bedeutungsebenen eröffnen sich.

© Joan Marcus

In der Anfangsszene stellt sich die kleine Alison, die mit ihrem Vater „Flugzeug“ spielen will, vor, wie Superman durch die Lüfte zu fliegen, bis sie auf den ganzen Bundesstaat hinabblicken kann („I can see all of Pennsylvania“). Wenn sie eineinhalb Stunden später dieselbe Zeile im Finale ein zweites Mal singt, versteht man plötzlich, dass es hierbei um mehr geht als nur darum, die Häuser und Landschaften einmal von oben zu betrachten.

Die erwachsene Alison erinnert sich an eine Hausaufgabe aus ihrer Kindheit – eine Karte mit Orten zeichnen, an denen Mitglieder der eigenen Familie schon einmal waren. Als die kleine Alison das Ergebnis stolz ihrem Vater präsentiert, besteht dieser darauf, dass sie eine neue Karte anfertigt, welche eher seiner perfektionistischen Kunstvorstellung entspricht. Die kleine Alison fühlt sich verletzt und eingeschüchtert.

Mit dem Erfahrungsschatz, den sie seit dieser Kindheitserinnerung gewonnen hat, versucht die 43-jährige Alison, eine neue Version ihrer damaligen Hausaufgabe zu zeichnen und singt dabei „Maps“, einen der schönsten Songs des Musicals. Diesmal schöpft sie auch aus dem, was ihr Vater ihr als kleines Mädchen über Kartenkunde beibringen wollte und stellt fest, dass ein kompliziertes Leben, das in der Realität viele Fragen aufwirft, plötzlich ganz simpel und überschaubar aussieht, wenn man es in typografischen Code überträgt. Egal, wie viele Flecken der Welt ihr Vater bereist hat, auf dem Papier lässt sich um das Leben, das er führte, ein einfacher Kreis ziehen: „You were born on this farm, here’s our house, here’s the spot where you died. I can draw a circle, I can draw a circle … you lived your life inside.“

Michael Cerveris liefert als Alisons Vater eine gewaltige Schauspielleistung ab. Er zeigt einen innerlich zerrissenen Mann, der ein gefährliches Versteckspiel treibt und im Konflikt mit sich selbst steht.

Neben ihm brilliert Judy Kuhn in der Rolle von Alisons Mutter Helen. Ihre Darstellung der Ehefrau, die von ihrem Mann ständig mit jungen Männern betrogen wird und dabei im Stillen leidet, ist herzzerreißend. Tatenlos sieht sie zu, wie ihr eigenes Leben im Schatten der Lebenslüge ihres Mannes Tag für Tag an ihr vorüberzieht, was sie in ihrem wunderschönen und traurigen Solo „Days and Days“ besingt.

© Jenny Anderson

Joel Perez taucht gekonnt in die Rollen von Bruces verschiedenen Liebhabern und Roberta Colindrez spielt Alisons erste Freundin Joan ganz fantastisch mit markantem Auftreten.

Einer der Höhepunkte ist „Changing my Major“, das Solo der mittleren Alison, nachdem sie ihre erste Liebesnacht mit Joan verbracht hat. Diese Rolle spielt Emily Skeggs wunderbar natürlich und unheimlich liebenswert, die unsichere und etwas verlorene College-Schülerin nimmt man ihr in jeder Sekunde ab.

Als erwachsene Alison führt Beth Malone durch das Stück. Mit scharfem Blick taucht sie als Beobachterin in ihre eigenen Erinnerungen ein, mal belustigt, mal kopfschüttelnd, mal wehmütig. Was sie aus der Rolle macht, ist große Kunst und ich hoffe, dass sie dafür bei den Kritikern und vor allem bei den Tony Awards die Anerkennung bekommen wird, die sie für ihre Leistung verdient. Sie tanzt weder in wilden Choreografien über die Bühne noch versteckt sie sich hinter aufwendigen Kostümen und Perücken. Sie steht ganz unscheinbar gekleidet auf der Bühne mit ihrem einfachen T-Shirt, den weit geschnittenen Hosen, gewöhnlichen Chucks, der Kurzhaarfrisur und der Brille. Aber sie ist in jeder Szene zu hundert Prozent anwesend. Es ist beeindruckend, wie sehr sie sich auf der Bühne Bechdels Körperhaltung angewöhnt hat und wie präsent sie selbst in den Szenen ist, in denen sie still am Bühnenrand steht und versucht, aus ihren Erinnerungen neue Erkenntnisse zu gewinnen. Auch ihr Gesang bringt Krons Liedtexte und Tesoris Melodien in den schönsten und ehrlichsten Farben zum Leben.

Der ganz, ganz große Star von Fun Home ist aber die elfjährige Sydney Lucas als kleine Alison. Wie sie ihre Rolle spielt, verschlägt einem regelrecht die Sprache, und das nicht nur wegen ihres Alters. Eine vergleichbare Leistung wäre selbst für eine erwachsene Schauspielerin beachtlich. Ich sah in meiner Woche in New York fünf Musicals am Broadway und kein anderer Schauspieler und keine andere Schauspielerin hat mich so sehr beeindruckt wie Sydney Lucas. Mal ganz abgesehen von ihrem schönen Gesang wirkt ihr nuanciertes Auftreten authentisch und ungekünstelt und hat gleichzeitig eine Ausdrucksstärke, die ihrem Alter weit voraus ist. Außerdem ist das Material, was Kron und Tesori für die kleine Alison geschrieben haben, pures Gold. Selten stößt man in einem Musical auf eine so vielschichtige und ernsthaft geschriebene Kinderrolle, deren Schauspielerin eine so große dramaturgische „Verantwortung“ anvertraut wird. Den Höhepunkt des Stückes trägt Sydney Lucas ganz alleine auf ihren Schultern.

© Joan Marcus

In dieser Szene sieht die kleine Alison, die mit ihrem Vater in einer Imbissbude sitzt, durch die Tür eine Paketlieferantin hereinkommen, die sehr männlich gekleidet ist und in ihrem gesamten Auftreten maskulin und stark wirkt. Im Comic beschreibt Alison das Gefühl so, als würde man als Reisender in einem fremden Land jemanden von zuhause treffen, mit dem man zwar nie gesprochen hat, aber den man schon mal gesehen hat und mit Freude wiedererkennt. Aus diesem kleinen Comicbild ist der unbeschreiblich schöne Song „Ring of Keys“ entstanden, in dem die junge Alison von dem Gefühl singt, für das sie selbst nur schwer die rechten Worte finden kann. Wie sich diese Empfindungen nicht nur im Liedtext, sondern auch in der Musik wiederspiegeln, ist genial.

„Ring of Keys“ ist eines der besten und schönsten Musicallieder, das je geschrieben wurde. Seit ich es vor ein paar Monaten zum ersten Mal gehört habe, lässt es mich nicht mehr los. Wenn man das als Kind auch nur unbewusst wahrnimmt, so ist es doch schon im vorpubertären Alter unheimlich wichtig, in der Öffentlichkeit solche Identifikationsfiguren zu sehen, und deswegen ist dieses Lied so relevant und wichtig und besonders dafür bewundere ich Lisa Kron und Jeanine Tesori sehr. Alleine die drei Minuten, in denen Sydney Lucas „Ring of Keys“ singt, sind jeden Cent des Eintrittsgeldes wert und ich hoffe von ganzem Herzen, dass Fun Home sich mit diesem Lied bei den Tonys präsentieren wird.

© Joan Marcus
© Joan Marcus

Bei all seiner Tragik vergisst Fun Home nie, dass ein Musical seine Zuschauer auch unterhalten soll. Die kleine Alison und ihre Brüder spielen zum Missmut ihres Vaters gerne Verstecken in den Särgen des „Fun Home“ und beschließen, einen Werbespot für das Bestattungsinstitut aufzuführen. „Come to the Fun Home“ versprüht eine ansteckend gute Laune und es macht große Freude, den Kindern auf der Bühne zuzusehen. Die Musik erinnert an die Jackson Five, die Texte sind clever und zum Schreien komisch („You know our mourners, so satisfied, they like, they like, they like our formaldehyde!“). Bei schlechter Laune gibt es keinen besseren Stimmungsaufheller als dieses Lied.

Als sich die Eltern der kleinen Alison laut streiten, flüchtet sie sich in eine Traumsequenz, in der die Bechdels die perfekte Bilderbuch-Famile sind, die wie die Partridge Family aus Alisons Lieblingssendung gemeinsam „Raincoat of Love“ singt – ein Lied, das so sehr nach Siebzigern klingt,  dass man gar nicht glauben kann, dass es erst knapp vier Jahrzehnte später komponiert wurde.

Neben Alison, ihren Eltern und ihren Brüdern gibt es noch ein weiteres Familienmitglied: Das Haus, das in dem Bühnenbild von David Zinn so wahnsinnig gut gestaltet ist, dass es wie ein weiterer lebendiger Charakter wirkt. Das Circle in the Square Theatre hat eine Rundbühne in der Mitte, die Zuschauer sitzen auf allen Seiten um die intime Spielfläche herum. Die verschiedenen Möbelstücke werden ständig verschoben und neu positioniert, verschwinden im Bühnenboden und hinterlassen bedrückende Abgründe.

© Joan Marcus

Wie der junge Regisseur Sam Gold Fun Home auf dieser Bühne in alle Richtungen hin inszeniert hat, ist Theaterkunst vom allerfeinsten. Man ist hautnah an dem Geschehen dran, fühlt sich, als säße man mit den Bechdels zusammen im Wohnzimmer, wird voll und ganz in den Sog von Alisons Erinnerungen hineingezogen.

Selbst, wenn man sich mit Alisons Familienschicksal nicht direkt identifizieren kann, gibt es sicher für jeden Zuschauer etwas von diesem Stück mitzunehmen. In „Telephone Wire“ durchlebt Alison erneut die allerletzte gemeinsame Autofahrt mit ihrem Vater. Das Gefühl, ein Gespräch aus der Vergangenheit im Kopf durchzugehen und dabei zu hoffen, dass es diesmal anders verläuft – dass die Person diesmal vielleicht endlich das sagt, was man damals von ihr hören wollte oder dass man selbst das sagt, was man sich damals nicht zu sagen traute – kennt sicher jeder. Natürlich ist die Hoffnung aussichtslos, da man weiß, die Vergangenheit damit nicht ändern zu können. Wie verzweifelt die erwachsene Alison sich auf ihrer Suche nach Antworten daran aber dennoch klammert, bricht einem das Herz.

Fun Home wird sicherlich nicht der neue Touristenmagnet in New York, der ein Massenpublikum ins Theater zieht, das Lust auf bequeme Unterhaltung hat. Das Stück drängt sich dem Zuschauer nicht von selbst so penetrant auf wie Something Rotten! (was man letzterem allerdings auch nicht übel nehmen darf, da es als Comedy-Musical so konstruiert ist, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen) und ist nicht so kommerziell aufgezogen wie Finding Neverland. Es erhielt am Off-Broadway so blendende Kritiken und genießt vom Preview-Publikum im Circle in the Square eine solche Anerkennung, weil es einfach verdammt gut ist. Es ist gutes Theater, bei dem alles stimmt, bei dem die Schauspieler immer genau in ihrem Moment sind, Buch, Musik und Liedtexte stimmen und die Regie daraus eine runde Sache macht (und das nicht nur, weil auf der Bühne „in the round“ gespielt wird).

Wer sich selbst ein Bild von Fun Home machen will, dem kann ich die Off-Broadway-CD nur wärmstens ans Herz legen. Neben den Liedern enthält diese auch Dialogsequenzen, wodurch man einen guten Eindruck von der Geschichte und der bruchstückartigen Erzählweise bekommt. Im Mai erscheint außerdem eine neue CD mit ergänzenden und abgeänderten Szenen und kleinen Besetzungsänderungen, um das Stück auch in seiner fertigen Broadway-Version zu konservieren.

Es gibt viele Musicals, die man zwar sehr gerne mag und zu denen man eine persönliche Bindung hat, aber deren Schwächen man trotzdem sehen und anerkennen kann. Fun Home ist aber wirklich von vorne bis hinten vollkommen, absolut formvollendet.

Selten begegnet man einem Stück, das so bescheiden und gleichzeitig so bahnbrechend ist. Es verdient all den Erfolg, den es nach der heutigen Premiere hoffentlich bekommt, denn es gehört definitiv zu den allerbesten Musicals des 21. Jahrhunderts.


★★★★★

FUN HOME – Circle in the Square Theatre, New York; Buch & Liedtexte: Lisa Kron (basierend auf dem Graphic Memoir von Alison Bechdel); Musik: Jeanine Tesori; Regie: Sam Gold; erste Preview: 27. März 2015; Premiere: 19. April 2015; rezensierte Vorstellung: 4. April 2015 (matinée)

2 Gedanken zu “FUN HOME: Ein intimes und überwältigendes Musical-Erlebnis

  1. Lieber Niklas, danke für diese tolle und ausführliche Kritik! Sie macht richtig Lust auf das Stück. 🙂 Ich hatte schon länger vor, mal in die Off-Broadway Aufnahme reinzuhören, das werde ich jetzt definitiv endlich mal machen.

    Viel Erfolg für deinen Blog! Ich bin schon sehr gespannt, worüber du noch schreiben wirst. 🙂

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