DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME: Die beste Stage-Entertainment-Produktion seit Jahren

Was für ein Abend, Berlin wird begrüßt von den Glocken Notre Dames … Vor einer Woche kehrte Quasimodo feierlich zurück nach Berlin – die Stadt, in der Disneys Der Glöckner von Notre Dame 1999 uraufgeführt wurde. Ich sehnte der Chance, dieses wunderbare Stück endlich einmal live zu sehen, schon seit Jahren entgegen.

Nach der Berlin-Dernière im Theater am Potsdamer Platz 2002 verschwand Der Glöckner von Notre Dame ein gutes Jahrzehnt lang von den Bühnen dieser Welt, bis das Musical schließlich vor drei Jahren in einer vollkommen überarbeiteten US-Fassung erneut zur Aufführung kam. Diese Neuinszenierung unterscheidet sich so stark von der ersten Berliner Fassung, dass nun ihr Einzug ins Theater des Westens von der Stage Entertainment als Europapremiere angekündigt wurde und nicht als Revival.

Bei meiner New-York-Reise vor zwei Jahren spielte ich bis zur letzten Sekunde mit dem Gedanken, spontan einen Zug nach New Jersey zu nehmen, nur für die Gelegenheit, dort The Hunchback of Notre Dame im Paper Mill Playhouse zu sehen. Da es zu dieser Zeit auch am Broadway so viele spannende Stücke gab, entschied ich mich schweren Herzens dagegen, was ich heute noch manchmal bereue. Als wenig später eine europäische Produktion in Dänemark angekündigt wurde, machte ich schon erste Pläne für eine Reise in den Norden. Es gibt nicht viele Shows, für die ich das überhaupt in Erwägung ziehen würde und das sagt viel darüber aus, was es mir bedeutete, Der Glöckner von Notre Dame endlich einmal zu sehen. Wäre nicht letztes Jahr die lang ersehnte Rückkehr nach Deutschland angekündigt worden, hätte ich den Weg nach Dänemark vermutlich auf mich genommen.

© Johan Persson / Disney

Ich habe mich ehrlich schon seit Wicked vor zehn Jahren nicht mehr so sehr auf eine neue Produktion der Stage gefreut. Ähnlich wie viele andere Musicalfans beobachte ich in letzter Zeit mit Sorge, welche Maßnahmen der neue Stage-Mehrheitseigner seit der Übernahme ergriffen hat. (Neben der bevorstehenden Schließung der Joop van den Ende Academy gingen nun auch im Theater am Potsdamer Platz, das eigens für die Weltpremiere vom Glöckner von Notre Dame 1999 errichtet wurde, endgültig die Lichter aus.) Allerdings muss ich zugeben, dass ich von der neuen Richtung der Spielplangestaltung bisher sehr positiv überrascht bin. Da hat wohl tatsächlich jemand meine „Make Stage Entertainment great again!“-Rufe erhört und mit Ghost, Kinky Boots und der Rückkehr des Glöckners beantwortet.

Ich kann verstehen, wie leidig die Diskussion um die Preispolitik für viele mittlerweile sein muss und immerhin liegen die Glöckner-Preise knapp unter dem stetig wachsenden Stage-Durchschnitt. Aber solange ich das Gefühl habe, dass die Produktionen immer mehr zum Elite-Privileg werden und ich als theaterbegeisterter Student ohne großes Vermögen nicht mehr so willkommen in den Stage-Theatern bin wie vor ein paar Jahren, werde ich weiterhin darauf herumreiten, wie schmerzlich ich das alte Young-Ticket-Konzept vermisse.

Ich benutze diesen Begriff so gut wie nie und finde, dass er allgemein viel zu leichtsinnig herumgeworfen wird, aber den Glöckner-Score von Alan Menken und Stephen Schwarz finde ich einfach nur episch. Bereits die Lieder im Zeichentrickfilm von 1996 waren für ein Disney-Projekt überraschend erwachsen und anspruchsvoll. Auch alle für die Bühnenfassung hinzugekommenen Lieder sind großartig und ähnlich bombastisch wie Les Misérables, die andere große Musical-Adaption eines Romans von Victor Hugo.

© Johan Persson / Disney

Erfreulicherweise kann sich die Musik in dieser Produktion wunderbar entfalten. Wenn ich einmal die Vorstellung ausblende, was das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien aus der Partitur machen würde, muss ich zugeben, dass die 15 Musiker im Theater des Westens mehr sind, als ich von der Stage mittlerweile erwarte und unter der musikalischen Leitung von Bernhard Volk für einen angenehm satten und natürlichen Klang sorgen. Hinzu kommt ein fantastischer 24-köpfiger Chor (ORSO – Choral Society Berlin), der in Mönchskutten auf Holzbänken in der hinteren Bühnenhälfte platziert ist. Daneben steht ein Ensemble von 17 Musicaldarstellern auf der Bühne, was bedeutet, dass im Finale eine gewaltige Klangwelle von mehr als 40 Stimmen in den Zuschauerraum dringt. An vielen Stellen ist die Wucht der musikalischen Umsetzung schier überwältigend.

Scott Schwartz, der Sohn von Stephen Schwartz, führt bei dieser Neuinszenierung Regie. Seine Arbeit kam bei zahlreichen US-Kritikern nicht besonders gut weg und wurde in Broadway-Foren häufig als Hauptgrund genannt, warum The Hunchback of Notre Dame nach den Tryouts im La Jolla Playhouse und Paper Mill Playhouse nicht wie ursprünglich geplant an den Broadway transferierte. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass das deutsche Publikum grundlegend andere Sehgewohnheiten hat oder ob den Amerikanern einfach die „Vetternwirtschaft“ ein Dorn im Auge war – aber ich habe in einer Großproduktion auf deutschem Boden ehrlich gesagt schon lange nicht mehr ein so präzises und stimmiges Regiekonzept gesehen? Und ich scheine da nicht ganz alleine zu stehen, schließlich hatte auch das sonst so schwer zu beeindruckende Berliner Feuilleton für diese Produktion nichts als Lob übrig.

Das gesamte Ensemble agiert auf der Bühne als griechischer Chor und erzählt die Geschichte im Kollektiv. Dabei sprechen oftmals einzelne Figuren in der dritten Person von sich selbst. Wenn es nicht gut umgesetzt ist, kann das für mich sehr schnell zum Problem werden – ich bin da eher ein show, don’t tell-Typ. Trotz anfänglicher Zweifel muss ich aber sagen, dass es hier auf der Bühne wunderbar funktioniert, da das Konzept konsequent durchgezogen wurde und wie ein roter Faden alle Aspekte der Inszenierung durchdringt. Hier greift jedes Zahnrad perfekt ineinander.

© Johan Persson / Disney

Das imposante Bühnendesign von Alexander Dodge wird von einem gewaltigen Holzgerüst und sieben großen Glocken dominiert, die Howell Binkley stimmungsvoll in das richtige Licht taucht. Das Ensemble wirkt in diesem Umfeld wie eine umherstreifende Schauspieltruppe aus dem 15. Jahrhundert, was sich auch in den ästhetischen Kostümen von Alejo Vietti abzeichnet. Vor den Augen des Publikums schlüpfen die Agierenden in ihre Rollen und brechen immer wieder die vierte Wand. Auch die Bühnentechnik steht im Zeichen des Spätmittelalters. Die Kulissen werden von den Schauspielern verschoben und große Szenenwechsel, wie man sie von anderen Disney-Musicals gewohnt sein mag, gibt es nicht.

Befreit vom Ballast der Uraufführung kommt diese Inszenierung ganz ohne Effekthascherei aus und setzt stattdessen auf feinfühliges Understatement. Wenn das Publikum in Staunen versetzt wird, dann darüber, wie viel hier mit wenig Mitteln erreicht wird. Das ist Theaterkunst vom Feinsten. Klar ist diese Inszenierung bei weitem nicht as avantgarde as it gets und immer noch relativ gut zugänglich für das Publikum, aber verglichen mit den Stage-Produktionen der vergangenen Jahre wirkt sie doch überraschend subtil und clever.

Für diese Neuinszenierung hat Peter Parnell ein neues Buch geschrieben, das sich wesentlich näher an Victor Hugos Roman orientiert als der Disneyfilm und die erste Musical-Fassung aus der Feder von James Lapine. Die Änderungen kommen dem Stück wirklich zugute. Allerdings muss ich dem Konsens der deutschen Kritiker zustimmen, dass diese neue Produktion nichts für Kinder ist. Man darf sich hier von dem Titelzusatz „Disney“ nicht irreführen lassen – diese Show ist düsterer und erwachsener als jedes andere Theaterprojekt aus dem Haus der Maus. Die drei Wasserspeier, die auf der Leinwand und bei der Musical-Uraufführung als Comic Relief dienten, wurden gestrichen. Stattdessen verkörpert das ganze Ensemble durch das Überwerfen schlichter grauer Roben die Steinfiguren Notre Dames, die hier ganz deutlich nur in Quasimodos Wahrnehmung zum Leben erwachen.

© Johan Persson / Disney

Wie schon bei der Weltpremiere 1999 zeichnet sich Michael Kunze erfreulicherweise auch bei der Neuinszenierung wieder für die Übersetzung verantwortlich. Dabei übertrug er nicht nur die neuen Buchszenen und Liedtexte ins Deutsche, sondern unterzog auch seine ursprünglichen Texte zu Liedern wie „Hilf den Verstoß’nen“ oder „Das Feuer der Hölle“ einer gründlichen Überarbeitung. Damit verlieh er seiner deutschen Fassung den letzten Feinschliff und stellt passagenweise sogar Stephen Schwartz’ Originaltexte in den Schatten.

Michael Kunze ist auf der Liste der Beteiligten des Berlin-Revivals nicht der einzige vertraute Name. Mit Barbara Raunegger und Jens Janke stehen zwei alte Bekannte auf der Bühne, die bereits bei der Uraufführung vom Glöckner von Notre Dame vor 18 Jahren dabei waren. Im neuen Ensemble strahlt Barbara Raunegger Weisheit und mütterliche Wärme aus und wirkt damit neben Jens Janke, der im Theater des Westens erneut in die Rolle des Clopin schlüpft und einfach hinreißend ist, wie die heimliche Anführerin der Truppe.

Da Felix Martin wenige Tage nach der Premiere bereits für die Wiederaufnahme von Next to Normal nach Fürth musste, stand in der besuchten Vorstellung Guido Gottenbos als Erzdiakon Frollo auf der Bühne. Er agierte rollendeckend und konnte vor allem in seinem großen Solo „Das Feuer der Hölle“ gesanglich überzeugen, insgesamt war sein Auftreten aber nicht ganz so eindringlich und intensiv, wie ich mir das von der Rolle wünsche.

© Johan Persson / Disney

Die Rolle des Hauptmann Phoebus ist mit Maximilian Mann ideal besetzt und sein Zusammenspiel mit Sarah Bowden als Esmeralda ist überzeugend. Neben ihrer fantastischen Tanzleistung beeindruckt sie auch mit kräftiger Gesangsstimme und spielt die Rolle mit Leidenschaft und Einfühlsamkeit. Besonders ergreifend ist ihre Darbietung von „Einmal“ im Duett mit Maximilian Mann im zweiten Akt.

Ein Problem habe ich allerdings mit der Besetzung dieser Rolle und ich möchte ausdrücklich klarstellen, dass sich das in keinster Weise gegen die Künstlerin richtet, die wie schon erwähnt mit viel Talent und großer Hingabe auf der Bühne steht. Meine Enttäuschung liegt hier bei den Casting-Direktoren, die in einer gewissen Position der Verantwortung ihrem Publikum gegenüber sind. Ich finde es problematisch, dass eine internationale Produktionsfirma wie die Stage Entertainment im Jahr 2017 Whitewashing dieser Art betreibt, noch dazu in Zusammenarbeit mit Disney Theatricals.

Mir ist bewusst, dass Esmeralda sich in Victor Hugos Roman als Tochter einer französischen Prostituierten herausstellt und als Kind entführt wurde. Allerdings liegt diesem Musical trotz stärkerer Orientierung an dem Hugo-Roman nach wie vor ein Zeichentrickfilm zugrunde, in dem Esmeralda eine Woman of Color ist. Auch beim Casting vorangegangener Produktionen dieser Neuinszenierung in den Vereinigten Staaten und Dänemark schien das selbstverständlich zu sein. Ich möchte nicht, dass dieser Punkt meine ansonsten sehr begeisterte Kritik überschattet oder Sarah Bowdens starke Leistung in den Schatten stellt. Vollkommen unerwähnt sollte er aber auch nicht bleiben.

© Johan Persson / Disney

Als Quasimodo tritt David Jakobs in große Fußstapfen. Schließlich haben Drew Sarich und Michael Arden auf den beiden veröffentlichten Cast-Alben beide auf ihre Weise starken Eindruck hinterlassen und die Messlatte damit sehr hoch gelegt. Was nun aber David Jakobs auf der Bühne im Theater des Westens leistet, übertrifft wirklich alle meine Erwartungen. Er ist ein brillanter Sänger und sein „Aus Stein“ gehörte (mit diesem wahnsinnigen Schlusston) zu den zahlreichen Höhepunkten des Abends. Was mir aber regelrecht die Sprache verschlug, war sein packendes Schauspiel. Die Rolle muss körperlich enorm herausfordernd sein und David Jakobs scheint sie so kurz nach der Premiere schon vollkommen verinnerlicht zu haben. Er setzt viel auf kleine Gesten und verfällt niemals in abgedroschene Klischees. Seine Darstellung ist anrührend, ohne überzogen zu wirken.

Die Inszenierung selbst ist so gelungen, dass sie auch ohne großen Star funktionieren würde. Mit David Jakobs im Mittelpunkt hat die Show nun aber als Nebeneffekt diese eine unglaubliche Star-Performance, an die man sich in vielen Jahren noch erinnern wird. Wer ihn gerne in der Rolle sehen möchte, wird dafür aber zumindest in den nächsten sechs Wochen schlechte Karten haben, denn bis Anfang Juni steht er nun bei Jesus Christ Superstar in München auf der Bühne. Auch danach spielt er im Sommer parallel Evita in Bonn, weshalb man die Termine gut im Auge behalten sollte.

Auch das restliche Ensemble ist hervorragend besetzt und wirkt sorgsam zusammengestellt. Die „Gemeinde“ funktioniert perfekt als Einheit und ist bestens aufeinander abgestimmt, und doch bietet die Inszenierung den Darstellern Raum, Persönlichkeit zu zeigen und mit Individualität Eindruck zu hinterlassen. Stellvertretend für das ausnahmslos fantastisch besetzte Ensemble möchte ich hier Sina Pirouzi, Romeo Salazar, Milan van Waardenburg und Tim Reichwein nicht unerwähnt lassen. Die Stimmung in der besuchten Vorstellung war großartig. Bereits nach der Eröffnungsnummer gab es frenetischen Applaus und „Bravo“-Rufe und nach dem Verklingen des Schlusstons sprang der gesamte Saal unmittelbar zur Standing Ovation auf.

© Johan Persson / Disney

Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass man in dieser Inszenierung wieder versucht, den Fans ein Stück näher zu sein, als es in den letzten Jahren der Fall war. Das Social-Media-Team leistet großartige Arbeit. Die Tatsache, dass die Besetzung nach und nach mit einem Vorstellungsvideo pro Tag verkündet wurde, brachte mich vor Ungeduld zwar fast um den Verstand, steigerte meine Vorfreude aber auch enorm. Pünktlich zur Premiere wurde der Trailer veröffentlicht, der seit langem wieder international vorzeigefähiges Material liefert und mich in seiner Professionalität an den Wicked-Trailer aus Stuttgart erinnert, mit dem man noch heute auf der ganzen Welt für das Stück wirbt.

Auch das Programmheft samt Picturebook ist bereits in der Woche nach der Premiere ganz druckfrisch im Theater erhältlich. Bei einem stolzen Preis von 19 Euro ist die Souvenirbroschüre zwar qualitativ nicht ganz so hochwertig, wie ich das in den letzten Jahren bei anderen Stage-Programmen (wie Chicago in Stuttgart) erlebt habe, eine schöne Erinnerung ist sie aber dennoch und dass sie so pünktlich fertig war, kann man nur loben. Zu meiner großen Überraschung wurde nun ein neues Cast-Album angekündigt, das live aufgezeichnet wurde und in ein bis zwei Monaten erscheinen soll. Bei der großartigen musikalischen Umsetzung dieser Produktion wird die CD sicher ein großer Hörgenuss.

Der Glöckner von Notre Dame im Theater des Westens ist das Gewaltigste, was ich seit Jahren von der Stage Entertainment gesehen habe. Nach endlosem Warten auf eine Rückkehr dieses Musicals nach Deutschland hätte ich mir eine viel bessere Inszenierung nicht vorstellen können, noch dazu in einem der schönsten Theater Deutschlands und mit einem so überragenden Hauptdarsteller. Zum ersten Mal seit langer Zeit habe ich wieder den Wunsch, eine Stage-Produktion mehrmals zu besuchen und kann auch jedem anderen eine Reise nach Berlin (oder ab November nach München) nur von ganzem Herzen empfehlen!


Falls ihr in Zukunft mitbekommen wollt, wenn ich neue Beitrage veröffentliche und allgemein, wo ich mich theatermäßig so herumtreibe, schaut auch gerne mal auf meiner Facebook-Seite vorbei.


★★★★★

DISNEYS DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME – Theater des Westens, Berlin; Musik: Alan Menken; Liedtexte: Stephen Schwartz; Buch: Peter Parnell; Übersetzung: Michael Kunze; Regie: Scott Schwartz; Premiere: 9. April 2017; rezensierte Vorstellung: 13. April 2017

8 Gedanken zu “DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME: Die beste Stage-Entertainment-Produktion seit Jahren

    1. Das mit dem Young Ticket habe ich tatsächlich gesehen, deswegen habe ich auch extra geschrieben, dass ich das alte Young-Ticket-Konzept vermisse und nicht die Young Tickets allgemein. 🙂
      Die neuen Young Tickets gibt es, wie du schon sagtest, erst ab 50 Euro (ohne die Gebühren) und fünf Tage vorher und vermutlich nur auf bestimmten Plätzen? Als ich versucht habe, sie online zu buchen, ließ sich die Schaltfläche überhaupt nicht anklicken und ich habe es in mehreren Browsern versucht. Falls es klappt, landet man dann mit den ganzen Gebühren wahrscheinlich bei fast 60 Euro, vor allem jetzt, wo man die Vorverkaufsgebühren auch noch am Tag der Vorstellung an der Theaterkasse zahlen muss. Aber immerhin gibt es sie überhaupt nochmal in irgendeiner Form.

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    2. Wirklich tolle Rezension (das „Whitewashing“ war mir übrigens auch schon aufgefallen, finde es dementsprechend löblich, dass es – bei allem Respekt für die Person Sarah Bowdens – Erwähnung findet), die dafür sorgt, dass ich mich noch mehr auf Anfang Juni freue, wo ich dann in Berlin bin!
      Groer Wehrmutstropfen (den ich durch diesen Artikel hier herausfinden musste) ist leider, dass ich David Jakobs dann wohl nicht als Quasimodo erleben werde, wo ich mich doch auf ihn am Meisten gefreut habe, da er mich damals bei JCS in Bonn schwer beeindruckt hat. In Anbetracht eines kommenden Cast-Albums, wo ich ihn zumindest zu hören bekomme, kann ich das dann aber gerade so verschmerzen.
      Und als Student im Bereich Literaturübersetzen bin ich auch besonders auf Michael Kunzes Überarbeitung seiner eigenen Arbeit von 1999 gespannt.
      Ich bin ebenfalls sehr froh, dass STAGE sich für diese Produktion entschieden hat (auch weil DER GLÖCKNER einer meiner persönlichen Lieblings-Disneys der 90er ist und mir gerade die etwas düstere und näher am Buch gelagerte Neuinszenierung besonders gefällt – und das jetzt tatsächlich live zu erleben!), die trotz des Disney-Labels risky ist und, wie ich finde, auch zumindest eine Ecke anspruchsvoller als so das Ein oder Andere, was zuletzt so auf die Bühnen gebracht wurde. Ich hoffe, dass sich u.a. dieser Trend fortsetzt (und werde weiterhin vergeblich auf eine deutsche Fassung von BOOK OF MORMON warten :D).
      Bis Juni bleibt mein Wissen auf im Internet kursierende Aufnahmen beschränkt, denen nach zu urteilen stimme ich mit dir nicht bei Allem bezüglich dieser Inszenierung überein (die narrativen Passagen sind ein effektives Mittel, dass aber in den epischeren, zumeist dem Film entlehnten Passagen durchaus ein wenig die Luft rausnimmt meiner Meinung nach), aber das bleibt natürlich nochmal erneut zu beurteilen, nachdem ich diese Fassung dann auch live gesehen habe. Ungeachtet dessen hat mir dieser Bericht sehr gefallen! Ich werde also versuchen, auf deine Arbeiten ein Auge zu behalten 😉

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      1. Hi Yannic, danke für deinen ausführlichen Kommentar! 🙂

        Freut mich sehr, dass ich deine Vorfreude mit meinem Artikel ein wenig steigern konnte. Soweit ich weiß, wird David Jakobs ab 4. Juni wieder da sein, vielleicht passt das ja sogar? Bin mir mit dem genauen Datum aber nicht sicher und habe bisher auch von Leuten, die Jonas Hein als Quasimodo gesehen haben, viel Positives gehört.

        Book of Mormon hätte ich auch gern in Deutschland, kann mir aber nur schwer vorstellen, dass es als Stage-Großproduktion auf dem deutschen Markt funktionieren könnte.

        Und ich muss sagen, anhand der ganzen Videos aus dem La Jolla Playhouse und dem Paper Mill Playhouse stand ich dem narrativen Konzept auch seeehr skeptisch gegenüber und hoffte, dass man das in Berlin nun ein wenig reduzieren oder anders gestalten würde. Überraschenderweise funktionierte es dann aber, als ich im Theater saß, bis ins kleinste Detail perfekt und hat mich vollkommen überzeugt.

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        1. Leider nein, wir sind am 3.6., was nach meinem Gegencheck gleichzeitig der letzte Spieltermin für JCS in München ist… also stelle ich mich mal lieber nicht auf David ein. Aber vielleicht ist bis dahin ja der Soundtrack da 😉

          Die Spannung bleibt sowieso auch darstellerunabhängig erhalten, gerade wenn du sagst, dass es dich live völlig überzeugt hat 🙂

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  1. Lieber Niklas,

    ich bin gerade durch Zufall über deinen Blog gestolpert und freue mich unfassbar, ihn gefunden zu haben. Immerhin bin ich schon lange auf der Suche nach gleichgesinnten Bloggern, habe bisher aber erstaunlich wenig gefunden. Deine Rezension liest sich klasse und ich bin sehr von deinem Schreibstil begeistert (davon werde ich mir in Zukunft eine Scheibe abschneiden). Der Glöckner steht für mich auch noch ganz oben auf der Must-See-Liste, jetzt noch mehr als vorher.

    Ich freue mich darauf, auch zukünftig viel von dir zu lesen!

    Viele Grüße,
    Auri

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      1. Hey Auri, danke für den lieben Kommentar! 🙂 Und haha, was für ein lustiger Zufall! Ich folge dir auch schon ewig auf Instagram. 😀

        Ja, schau dir den Glöckner unbedingt an, die Inszenierung wird dir sicher auch super gefallen. Und wenn du es tust, bin ich sehr gespannt, was du darüber zu berichten hast! Ich folge jetzt gleich mal deinem Beispiel und hole alles nach, was ich so auf deinem Blog versäumt habe. 😀

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